Umbaubericht ROCO „Gläserner Zug“

Digitalisierung von ROCO 43930, DB 491 001-4 AC

Der „Gläserne Zug“ von ROCO (Art. Nr.: 43930, DB 491 001-4) kam  zu uns, da der FRU (Fahrtrichtungsumschalter) schon Probleme machte und beim Instandsetzen gleich gegen einen Decoder ausgetauscht wurde um ihn auf einer digitalen Anlage einsetzen zu können.

Kurz zur Geschichte des „Gläsernen Zuges“:

Im Jahre 1935 wurden insgesamt 2 Stück dieser Triebwagen gebaut, speziell für den Einsatz als Ausflugszug und für Sonderfahrten.

Im Jahre 1943 wurde bei einem Bombenangriff auf das Münchner Bahnbetriebswerk der jüngere der beiden, damals mit der Nummer ET 91 02 eingereiht, zerstört.

ET 91 01 wurde nach dem Krieg  von der Deutschen Bundesbahn übernommen und ab 1968 unter der Nummer 491 001-4 eingereiht.

 

Wir haben jetzt das Modell von ROCO mit der Artikelnummer 43930 vor uns.

Dieser wurde von 1986 bis 1994 gebaut, war auf Wechselstrom ausgelegt und auf den Betriebszustand des Originals von 1985 zugeschnitten.

Auch hatte er wẹrksseitig schon seine Passagiere mit an Board 😉

 

Gläserner Zug - Seitenansicht

Gläserner Zug – Seitenansicht

Gläserner Zug - Dach

Gläserner Zug – Dach

Gläserner Zug - Front 1

Gläserner Zug – Front 1

 

Zur Digitalisierung:

Um in den „technischen Bereich“ vordringen zu können müssen als erstes die vier Schrauben an der Unterseite entfernt werden:

Gläserner Zug - Unterboden

Gläserner Zug – Unterboden

Dann kann man den Unterboden mit der darin befestigten Elektronik vorsichtig herausziehen.

Hierbei sollte man auf die Antriebswelle aufpassen, welche auf der Getriebeseite in einer Kardanschale eingeklickt ist.

Die Elektronik sieht dann so aus:

Gläserner Zug - Elektronik

Gläserner Zug – Elektronik

Gut zu erkennen ist rechtsseitig der FRU, der seinen Dienst quittiert hat.

 

Als erstes wurde der Motor auf seine Stromaufnahme geprüft, dieser lag mit „Last“ bei ca. 550mA in einem brauchbaren Bereich.

 

Um den gläsernen Zug jetzt zu digitalisieren müssen an der Platine ein paar Änderungen vorgenommen werden:

.)  Dioden entfernen

.)  Motoranschlüsse isolieren

.)  Lichtausgänge isolieren

.)  Umschalter von Ober/Unterleitung entfernen und brücken

(kann auch erhalten bleiben, je nach Wunsch)

 

Hier noch ein paar Bilder dazu, als erstes die reine Platine, schon ohne Dioden:

Gläserner Zug - Platine rein

Gläserner Zug – Platine rein

… und die benötigten Auftrennungen der Leiterbahnen (=ROT) und Verbindungen (=BLAU):

Gläserner Zug - Platine mit Änderungen

Gläserner Zug – Platine mit Änderungen

Auf Kundenwunsch wurde der vorhandene Schleifer auf einen Flüsterschleifer umgestellt und an den Platz des alten FRU gesellt sich jetzt noch ein ESU Lokpilot V4.0 (54610), der dann mit den benötigten Verbindungsstellen verlötet wird:

Gläserner Zug - Elektronik neu

Gläserner Zug – Elektronik neu

Und noch etwas genauer für die Kabelverbindungen:

Gläserner Zug - Elektronik Detailansicht

Gläserner Zug – Elektronik Detailansicht

Beim Zusammenbau empfehle ich die Kardanwelle als erstes wieder in das Getriebe des Triebwagens einzusetzen, den Elektronikteil schon richtig herum zu halten, den Decoder zwischen die Ausnehmungen am Modell zu positionieren und mit einer Pinzette (oder kleiner Zange) die Welle dann in die Karadanschale des Motors zu führen.

Anschließend braucht man nur noch den ganzen Elektronikteil wieder einzusetzen und zum Schluss mit den vier Schrauben zu fixieren.

Nach dem erfolgten Decodereinbau werden noch die Adresse, Motorparameter und Geschwindigkeiten eingestellt und ein letzter Test am Prüfstand unternommen:

 

 

Und nach diesen Strapazen gehts für ihn natürlich wieder ab nach Hause 😉

 

Liebe Grüße aus der Werkstatt, euer

Andreas